Warum nicht zulässig: Warmwasserzähler in Zirkulations­leitungen

Einbau von Warmwasserzählern in Zirkulationsleitungen

Um eine sofortige Verfügbarkeit von Warmwasser in großen Wohnungen mit sehr weit entlegenen Zapfstellen sicherzustellen, wird die Zirkulationsleitung durch die ganze Wohnung geführt. Es wird dann ein Wasserzähler im Zulauf zur Wohnung eingebaut, ein zweiter Zähler in die Zirkulationsleitung am Ausgang der Wohnung. Die Differenz sollte den Warmwasserverbrauch ergeben.

Warmwasserzähler unterliegen der Eichpflicht. Die Eichfehlergrenze gilt für einen Warmwasserzähler im Neuzustand. Die Verkehrsfehlergrenze gilt für Zähler die bereits eingebaut sind. Wasserzähler mit einer Fehlergrenze von ± 0 % gibt es nicht.

Warmwasserzähler Qn 1,5 Eichfehlergrenze Verkehrsfehlergrenze
Unterer Messbereich
in Liter / h
30 - 120 ± 5 % ± 10 %
Oberer Messbereich
in Liter/h
120 - 1500 ± 3 % ± 6 %

 

Durch die Zirkulationspumpe umgewälzte Wassermenge / h in Liter Umgewälzte Wassermenge bei einer Laufzeit von 16 h / Tag ergibt pro Jahr m³ Bei einer Abweichung der Zähler ergeben sich folgende Differenzen
1 % 2 % 3 % 6 % 10 %
250 1460 14,6 29,2 43,8 87,6 146
500 2920 29,2 58,4 87,6 175,2 292
1000 5840 58,4 116,8 175,2 350,4 584

 

Geht man von einem durchschnittlichen Warmwasserverbrauch pro Person/a von 12 - 15 m³ aus, ergibt sich für eine dreiköpfige Familie etwa ein Jahresverbrauch zwischen 35 und 45 m³.

Aus diesen Werten ist zu erkennen, dass eine Differenzmessung nicht verwertbare Ergebnisse bringen muss. Bei einer geringen Umwälzung von 250 Litern / h ergibt sich bereits bei einer eichrechtlich zulässigen Verkehrsfehlergrenze von 6 % im oberen Messbereich eine Abweichung von 87,6 m³/a bei einem Verbrauch von etwa 35 - 45 m³.

Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die Verkehrsfehlergrenzen für Abweichungen im Plus- und Minusbereich gelten.

So könnte einer der Zähler zuviel zählen, der andere zu wenig. Damit würde sich die Abweichung verdoppeln.

Um dieses Problem messtechnisch in den Griff zu bekommen, besteht nur die Möglichkeit, die Zirkulation innerhalb der Wohnung abzutrennen und an der Zuleitung zur Wohnung zwischen Warmwasserleitung und Zirkulation eine Bypassstrecke zu legen. Nach diesem Bypass kann der Warmwasserverbrauch ordnungsgemäß erfasst werden. Dies bedeutet allerdings eine gewisse Komforteinbuße für die Bewohner*innen.